NGZ Online 08.12.2009

SPD fordert besseres Angebot Bildung für Bauwillige

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 - 12:27

SPD fordert besseres Angebot (NGZO). Die Bildungs-Infrastruktur im Schatten der Kühltürme muss verbessert werden – das fordert die SPD. Sie fordert für Neurath und Frimmersdorf ein Angebot von der Kleinkinder-Betreuung bis hin zum Jugendtreff.

Die Kinder der Viktoria-Grundschule lernen noch in zwei Dörfern. Die SPD setzt sich jetzt für eine Zusammenlegung der beiden Gebäude in Neurath ein. Auch die Eltern haben diesen Wunsch an die Stadt herangetragen. Foto: NGZ

Neurath Neurath und Frimmersdorf werden größer: Die Stadt bereitet zwei Neubaugebiete vor, in denen sich künftig vor allem junge Familien niederlassen sollen. Doch womit will die Kommune potenzielle Häuslebauer in die von Kühltürmen überschatteten Orte locken? "Allein über günstige Grundstückspreise wird das in diesen stark von Kraftwerken belasteten Stadtteilen nicht gelingen", vermutet SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Die Sozialdemokraten haben vor diesem Hintergrund ein Manko in den Dörfern ausgemacht: "Die Bildungs-Infrastruktur ist schlecht, sie macht die beiden Orte im Süden Grevenbroichs uninteressant zum Leben und Wohnen."

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Neubauprojekt

Das größte Neubauprojekt in Frimmersdorf ist an der Straße "Am Glockenstrauch" geplant. In drei Etappen sollen dort etwa 120 Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Die Stadt will dort den ortstypisch niedrigen Grundstückspreis von etwa 110 Euro pro Quadratmeter beibehalten. Dadurch können viele Grundstücke großzügiger bemessen werden.

Das will die SPD ändern – sie hat daher einen Initiativ-Antrag an den Rat gestellt, um Angebote für junge Familien zu schaffen. Ihre Vorschläge zur Verbesserung:

– Aus dem Gebäude der ehemaligen katholischen Grundschule an der Frimmersdorfer Straße soll ein Kinder- und Jugendzentrum werden. Dort könnte der städtische Kindergarten untergebracht werden, ebenso eine Betreuung für unter Dreijährige und ein Jugendtreff. Alternativ soll die Stadt prüfen, ob in den Kindergartengebäuden in Frimmersdorf und Neurath ausreichend Platz für eine Jugendbegegnungsstätte oder eine U3-Betreuung vorhanden ist.

– Die noch in beiden Dörfern vertretene Viktoria-Grundschule soll in Neurath zusammengelegt und zur offenen Ganztagsschule ausgebaut werden.

Mit letzterem Punkt rennt die SPD offene Türen bei Rektorin Gabriele Held ein: "Die Zusammenlegung der Grundschule in Neurath ist notwendig. Denn einerseits wird die pädagogische Arbeit durch den Betrieb an beiden Standorten erschwert, andererseits fördert die räumliche Trennung nicht das Gemeinschaftsgefühl." Das sehen auch die Eltern so, meint Schulpflegschaftsvorsitzende Ursula Hahn: "In den voneinander getrennten Gebäuden können unsere Kinder nicht zusammenwachsen, es entsteht kein Wir-Gefühl."

Den Wunsch nach einer Schul-Zusammenlegung haben die Eltern aus Frimmersdorf und Neurath bereits in einem Brief an die Stadt formuliert. "Und zwar noch bevor der Antrag der SPD einging", wie Bürgermeisterin Ursula Kwasny betont. Die Schulverwaltung sei mit dem Thema befasst und bearbeite die Wünsche der Eltern – doch die Verwaltungschefin sieht die Zusammenlegung der Schule eher mittelfristig realisiert: "Das könnte noch drei bis vier Jahre dauern."

Ob ein Jugendzentrum und eine U3-Betreuung in der alten katholischen Grundschule möglich ist, bezweifelt Kwasny: "Das Gebäude ist dafür ungeeignet." Nichtsdestotrotz hält die Bürgermeisterin das von der SPD vorgeschlagene Angebot für wichtig: "Das Barbara-Haus an der Donaustraße wäre ideal für diese Zwecke, zumal im Untergeschoss bereits Räume für die Jugendarbeit existieren." Kwasny schlägt vor, die Gespräche mit der Eigentümerin – der Kirche – zu führen. Der Antrag der SPD wird in den nächsten Sitzungen von Schul- und Jugendhilfeausschuss beraten.