Rheinische Post online 17. Juni 2014

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/grevenbroich/grundschule-bereitet-sich-auf-umzug-vor-aid-1.4317199

Grundschule bereitet sich auf Umzug vor

Grevenbroich. Die Kinder nehmen Abschied vom Schulgebäude in Neurath. Statt an zwei Standorten wird künftig in der Martin-Luther-King-Schule gelernt. Von Sebastian Draxl

Konzentriert schauen die Mädchen und Jungen der Klasse 3b nach vorne zur Tafel. Während sie Mathematik lernen, sind im hinteren Teil des Klassenraums bereits die großen Kartons gestapelt. Seit Monaten bereiten sich Schüler, Lehrer und Eltern auf den anstehenden Umzug nach Frimmersdorf vor. Jedes Buch, jedes Heft und jede Tafel wird eingepackt. In der fünften und sechsten Woche der Sommerferien werden die Kisten in den Nachbarort transportiert. Dort beziehen die Grundschüler das ehemalige Gebäude der Martin-Luther-King Schule. Die Förderschule wird wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen - die Kinder müssen künftig nach Dormagen.

Gabriele Held, Schulleiterin der Viktoria-Schule, ist froh, wenn der Stress bald ein Ende nimmt. "Ich glaube, alle Beteiligten sind glücklich, wenn wir in Frimmersdorf angekommen sind", sagt die 54-Jährige. Etwa 80 Schüler werden zurzeit an der Frimmersdorfer Straße in Neurath unterrichtet. Nach den Sommerferien werden rund 190 Mädchen und Jungen die Schule in Frimmersdorf besuchen.

Vor knapp sechs Jahren wurden die beiden Schulen in Neurath und Frimmersdorf zusammengelegt. Seither pendeln die Lehrer. "Der organisatorische Aufwand ist riesig. Wir können immer nur in den zwei großen Pausen oder in Freistunden der Lehrer wechseln. Zwar konnten die Schüler wenigstens an ihrer Schule bleiben. Aber ein Dauerzustand ist das natürlich nicht", sagt Held. Auch sie selbst ist an manchen Tagen mehrfach zwischen Neurath und Frimmersdorf gependelt.

Noch bis zum Jahr 2012 hieß es von Seiten der Stadt, dass die Schule in Neurath ausgebaut wird. Mit dem Beschluss, die Förderschule zu schließen, war allerdings der Umzug nach Frimmersdorf besiegelt. Dort stehen 13 Klassenzimmer, Computer- und Naturwissenschaftsräume sowie eine Sporthalle und ein Schwimmbecken zur Verfügung. 13 Lehrer unterrichten an der Schule. "Wir freuen uns sehr auf das neue Gebäude. Viele Grundschulen träumen von einer solchen Ausstattung", sagt Gabriele Held.

Sie kennt aber auch die Sorgen der Neurather Kinder: "Für die Frimmersdorfer Kinder ändert sich nicht viel. Doch manche Schüler aus Neurath haben eher gemischte Gefühle." Deshalb haben die Lehrer verschiedene Aktionen gestartet. So wurde etwa von der Klasse 3 ein Film gedreht, der die Räume der alten Schule zeigt. Zudem wurden Schüler und Lehrer interviewt. Bei einer anderen Aktion fotografierten die Kinder ihre Lieblingsplätze der alten Schule. "An der neuen Schule hängen wir dann die Bilder der neuen Plätze daneben. So können sich alle an die schöne Zeit erinnern", erklärt Gabriele Held.

Für Schüler aus Neurath und Allrath gibt es nach den Sommerferien einen Schulbus nach Frimmersdorf. Zudem wollen die Schüler das neue Haus mit einem großen Fest seiner Bestimmung übergeben. Morgen heißt es erst einmal Abschied nehmen. Ab 10 Uhr feiern die Grundschüler ein letztes Mal auf dem Gelände der Neurather Schule, bevor dann in den nächsten Wochen endgültig die Kisten gepackt werden.

Quelle: NGZ

FOTO: l. berns

 

Inklusion an der Viktoria Schule

Neue Integrationsprojekte

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 11.04.2011

Grevenbroich (NGZ). In Grevenbroich starten Projekte, bei denen Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam lernen. In der Viktoria-Grundschule sind täglich zwei Stunden dafür reserviert; die Katholische Hauptschule setzt diesen Unterricht fort.

 

In der ersten Klasse der Viktoria-Grundschule nimmt MLK-Lehrerin Maria Hermes (r.) täglich mit drei Schülern an zwei Unterrichtsstunden teil. Foto: M. Reuter
 

Gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern wird an zwei Grevenbroicher Schulen fortgesetzt: Die Viktoria-Grundschule in Frimmersdorf will einen Kooperationsvertrag mit der Martin-Luther-King-Schule, die in den Bereichen Sprache und Lernen fördert, schließen. An der Katholischen Hauptschule (KHS) soll auch im kommenden fünften Schuljahr der integrative Unterricht weitergeführt werden. Heinz-Gerd Schmitz, Direktor der KHS, und Grundschulrektorin Gabriele Held betonen die "positiven Erfahrungen".

Integrativer Unterricht heißt, dass Schüler mit und ohne Handicap die Möglichkeit haben, gemeinsam zu lernen. Im Unterschied zur Inklusion, wie sie die Vereinten Nationen fordern: danach haben alle Behinderten das Recht, an Regelschulen zu lernen. Wird die Behindertenrechtskonvention in Landesrecht umgesetzt, müssen die Kommunen dies umsetzen. Konkret bedeutet dies: höhere Ausgaben. Denn Schulen müssen so mit Lehrern ausgestattet und auch umgebaut werden, dass sie den neuen Anforderungen genügen. In NRW hat der Landtag im Dezember 2010 beschlossen, Inklusion umzusetzen. Als ersten Schritt wurden in dieser Woche Gutachten in Auftrag gegeben.

Viktoria-Grundschule Seit drei Jahren besuchen Kinder, die im Bereich Lernen gefördert werden, regelmäßig den Grundschulunterricht.

KHS Seit 2006 wird an der Hauptschule integrativer Unterricht angeboten, im Schuljahr 2010/11 wird er in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 praktiziert.

Dass alle Beteiligten vom gemeinsamen Unterricht profitieren, diese Erfahrung hat Gabriele Held (51) gemacht: "Vor drei Jahren haben wir mit dem Projekt begonnen; es hat sich aus der räumlichen Nähe der beiden Gebäude ergeben." Zurzeit besuchen drei Kinder der Martin-Luther-King-Schule täglich in den ersten beiden Stunden die erste Klasse der Viktoria-Grundschule. "Die Grundschüler erweitern ihre soziale Kompetenz; sie lernen partnerschaftlichen Umgang", betont Held.

Auch Anne Becker, Leiterin der Martin-Luther-King (MLK)-Schule, ist zufrieden: "Beide Seiten profitieren. Unsere Schüler erweitern ihre Kompetenzen in Organisation, Sozial- und Arbeitsverhalten." Im Unterricht begleitet und individuell gefördert werden sie von MLK-Lehrerin Maria Hermes. Sie hat erfahren, "wie gut unsere Schüler integriert sind. Sie verbringen auch oft die Pausen in der Grundschule". Konrektorin Mona Uerscheln ergänzt: "Die Grundschüler nehmen Verantwortung wahr, wie sie es in dieser Form im normalen Unterricht gar nicht könnten."

KHS-Leiter Schmitz betont die besondere Verpflichtung der Hauptschule wegen ihrer christlichen Orientierung: "Schüler mit besonderem Förderbedarf sollen in der Gemeinschaft gefördert werden und ihnen soll das Lernen mit anderen ermöglicht werden."

Die Wissensfabrik an der Viktoria Schule

Umsatz minus Kosten gleich Gewinn: Schüler erleben den Handel hautnah im real,- Markt Grevenbroich

Bildungspartnerschaft „Wissensfabrik“ mit Viktoria-Grundschule Neurath-Frimmersdorf ging in die zweite Runde


Grevenbroich, 06. Juli 2012 – Am vergangenen Donnerstag verkauften 27 Schülerinnen und Schüler der Viktoria-Grundschule im real,- Markt Grevenbroich 90 Flaschen fruchtigen Orangensaft und erwirtschafteten in knapp zwei Stunden rund 124 Euro. Wie professionelle Marktschreier und Kaufmänner priesen die Schülerinnen und Schüler von 09:30 Uhr bis 12:00 Uhr ihre Ware an und schenkten auch Saft zum Probieren aus. Die Aufgaben teilten die Viertklässler vorher auf: Während sich der Finanzchef um das Geld kümmerte, suchten die anderen Kinder die direkte Ansprache zu den Kunden. Bereits am Eingang des real,- Marktes standen Schüler mit selbst gebastelten Plakaten und machten auf ihre „Orangensaft GmbH“ aufmerksam. Auch eine Führung durch den real,- Markt haben die Viertklässler für die Kundengewinnung genutzt. „Wir müssen viel Werbung machen, damit die Leute an unserem Stand auch viel Saft kaufen.“, verkündet Lukas aus der Klasse 4 a. Bereits nach knapp einer halben Stunde war die erste Lieferung des Safts ausverkauft. Die Nachbestellung wurde von den Kindern selbstständig bei ihrem „Lieferanten“ real,- in Auftrag gegeben. „Wir freuen uns sehr über die Bildungspartnerschaft mit real,-. Mit dem Orangensaftverkauf konnten die Kinder ihre im Unterricht gelernten Theoriekenntnisse spielerisch in die Praxis umsetzen. Wirtschaftliche Entwicklungen wurden greifbarer. So lernten die Kinder beispielsweise den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn kennen.“, so Schulleiterin Gabriele Held. Beim großen Abschlussfrühstück im real,- Markt kam es dann zum Kassensturz: „Umsatz minus Kosten macht Gewinn.“, waren sich die Kinder einig und freuten sich sehr über die Einnahmen von 124 Euro, mit der sie ihre Klassenkasse aufbessern. 


„In Zeiten des Fachkräftemangels ist es uns besonders wichtig, die Nachwuchsförderung frühzeitig anzugehen. Um Kinder im Grundschulalter zu erreichen, versuchen wir die betriebliche Praxis spielerisch und hautnah zu vermitteln.“, so Alexa Meißner, Teamleiterin Elektro und Medien sowie Ausbildungspartnerin im real,- Markt Grevenbroich.

„ProFi“ (Projekt Firma) – Das Unternehmensplanspiel
In der Woche vom 18. bis 22. Juni stand bei den Schülerinnen und Schülern neben Mathematik, Deutsch und Sport auch das Unternehmensplanspiel „ProFi“ (Projekt Firma) auf dem Lehrplan. Das Projekt zielt darauf ab, den Kindern wirtschaftliches Denken und Handeln zu vermitteln. Innerhalb des Planspiels gründen Schüler ihr eigenes Unternehmen und lernen die Arbeitsprozesse von der Produktion bis zum Verkauf kennen. Dabei werden die Grundzüge des Wirtschaftskreislaufs praxisnah und spielerisch vermittelt. Mit dem Verkauf von Orangensaft im real,- Markt wurde der Praxisteil des Planspiels abgedeckt. 

Über 90 Unternehmen und Stiftungen machen sich in der Plattform Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V. für mehr Bildung und Unternehmertum in Deutschland stark. Im Rahmen von mehr als 2.200 Bildungspartnerschaften engagiert sich das Netzwerk für die Vermittlung von Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft. Einen Schwerpunkt bildet die frühkindliche Bildung, also die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Grundschulen. 

Außerdem unterstützt die Wissensfabrik junge Unternehmer im Rahmen eines Mentorenprogramms bei ihren ersten Schritten in die Selbstständigkeit. Gemeinsam mit dem Handelsblatt veranstaltet die Wissensfabrik den Gründerwettbewerb WECONOMY.