Konzeptionelle Entwicklung im offenen Ganztag der Viktoria Schule

 Pädagogischer Leitgedanke: 

"Jeder Mensch ist anders und deshalb bin ich wie jeder andere" 

1. Vorwort

Im Schuljahr 2012/2013 ist der offene Ganztag an der Viktoria Schule unter der Trägerschaft der Stadt Grevenbroich eröffnet worden. Zum Schuljahr 2015/2016 fand ein Trägerwechsel zu inab statt. Im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen dem Träger inab, der Viktoria Schule und dem Team der OGS stellten sich folgende Fragen:

Welchen pädagogischen Leitgedanken verfolgen wir?

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen OGS, Schule und den Eltern aus?

Wie können wir die Bedingungen innerhalb des offenen Ganztages so gestalten, dass ein Raum des Lernens und Erfahrens geschaffen wird, in dem sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen?

Ausgehend von diesen Fragen wurde gemeinsam ein Konzept für den offenen Ganztag erarbeitet, das im Folgenden versucht, eine Antwort auf die vorangegangen Fragen zu bieten.

 

 2. Der pädagogische Leitgedanke

Unter dem Leitgedanken: „Jeder Mensch ist anders und deshalb bin ich wie jeder andere“ sieht die Viktoria Schule im Ganztag die Chance, allen Kindern einen guten Start ins gesellschaftliche Leben zu ermöglichen. Kinder sollen in ihrer Vielfalt mit ihren Stärken angenommen werden und Strategien erhalten, die sie in ihrer Entwicklung weiterbringen. Die Kinder können sich hier besser kennenlernen, neue Freundschaften knüpfen, wodurch sich die Sozialkompetenz eines jeden Kindes positiv ausprägt.

Die pädagogische Haltung ist dabei geprägt von Anerkennung, Wertschätzung, Achtsamkeit in Bezug zum Team Schule, den Kindern, den Erziehungsberechtigten und externen Partnern. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal sollte sein, dass alle im Team arbeiten und bereit zur Kooperation sind. Ziel ist es sich für jedes Kind verantwortlich zu fühlen. Die Lehrkräfte und Fachkräfte des Ganztages arbeiten Hand in Hand, ergänzen sich gegenseitig und geben gemeinsame Handlungsfelder an Kinder und Eltern weiter. 

 

Durch das Konzept der Inklusion ist die Zusammensetzung der Schülerschaft an der Viktoria Schule sehr heterogen. Daher ist es uns ein wesentliches Anliegen, jedes Kind in seiner Vielfalt mit all seinen Stärken anzunehmen und ihm Strategien an die Hand zu geben, wie es sich aus seinen Stärken heraus weiterentwickeln kann. 

Neben den Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf sind einige Kinder sogenannte „Seiteneinsteiger/Nullsprachler“. Die Schülerinnen und Schüler kommen in der Regel mit wenig oder auch gar keinen Deutschkenntnissen in die Schule. Eine solche Sprachbarriere wirkt sich auf ihren ganzen Schulalltag aus. Die Teilnahme am Unterrichtsgeschehen, der Austausch mit Mitschülerinnen und Mitschülern oder auch das eigene Mitteilen über etwas erweisen sich als Herausforderung. Viele der Kinder, die an unsere Schule kommen, haben einen langen Weg hinter sich gebracht. Sie mussten Fluchterfahrungen erleben und haben infolgedessen häufig noch nie eine Schule besucht. Aufgrund dessen besteht der Bedarf genauer hinzuschauen, inwiefern diesen Kindern weitere Unterstützung geboten werden kann, um in das soziale Miteinander hineinwachsen zu können. Die Schule sieht für sie die Teilnahme an dem offenen Ganztagsangebot als Bereicherung. Auf der einen Seite soll die Teilnahme, die Kinder in ihrem sozialen Wesen fördern, in die Gemeinschaft integrieren und sie einfach mal Kind sein lassen. So bietet ihnen der Nachmittagsbereich neben dem strukturierten und anspruchsvollen Unterricht Freiräume in einer entspannten, anregungsreichen Atmosphäre. Darüber hinaus wird das Lernen der deutschen Sprache über den regulären Schulalltag hinaus intensiviert.

 

Um die Integration zu fördern sowie eine zusätzliche Förderung der Sprachkompetenz in Deutsch zu ermöglichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Schule und des offenen Ganztagsangebotes zwingend notwendig. Daher werden die Schwerpunkte der Förderung durch die Verzahnung von Vor- und Nachmittag selbstverständlich auch in der OGS umgesetzt. Schwerpunkte sind: 

       Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

       Förderung von Kindern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf

       Förderung von Kindern mit besonderen Interessen und Begabungen

       Förderung der Sozialkompetenz 

Für die Umsetzung des Konzeptes ist ein Team mit einer wertschätzenden Haltung enorm wichtig. Unsere pädagogische Haltung ist geprägt von Anerkennung, Wertschätzung sowie Achtsamkeit in Bezug zum Team,  den Erziehungsberechtigten und den Kindern. Die Schaffung einer Atmosphäre, in der sich alle angenommen und wertgeschätzt fühlen, ist für alle die wesentliche Grundlage. Das bedeutet im Einzelnen:

       Wir nehmen alle Beteiligten ernst.

       Wir nehmen ihre Bedürfnisse wahr.

       Wir fördern das Verständnis untereinander.

       Wir geben den Kindern Zeit und Raum für ihre Entwicklung.

       Wir fördern das soziale Miteinander.

Für die Umsetzung und das Gelingen des Konzeptes ist das Team der OGS verantwortlich. Zu diesem Team gehören neben den Mitarbeitern der OGS, auch das Lehrerkollegium, die Schulleitung und die Eltern. Dabei spielen in diesem Zusammenhang der Austausch und die Transparenz zwischen dem Team der OGS und den Eltern eine wesentliche Rolle. So setzt sich die OGS der Viktoria Schule zum Ziel, erziehungspartnerschaftlich mit den Eltern zu kooperieren und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. 

Gemäß des Runderlasses des Ministeriums für Schule und Weiterbildung vom 23.12.2010, sowie unserer pädagogischen Haltung ergeben sich für die Arbeit im offenen Ganztag folgende Ziele:

       das Selbstvertrauen und die Selbständigkeit der Kinder fördern

       das Sozialverhalten der Kinder durch das tägliche Miteinander stärken

       gesellschaftliche Werte und Normen vermitteln

       die körperliche Entwicklung der Kinder unterstützen

       Toleranz & Respekt

       Ermöglichung von Partizipation der Kinder

       Förderung von Begabungen

       Unterstützung von Förderbedarfen

 

So soll die individuelle ganzheitliche Bildung der Kinder, die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, ihrer Selbst- und Sozialkompetenz, sowie ihrer Fähigkeiten und Talente systematisch gestärkt werden. Zudem soll unser Ganztag ein Ort sein, an dem die Kinderrechte berücksichtigt werden, ein Kind sich beschützt und angenommen fühlt und eine Begegnung mit der ganzen Familie stattfindet.

 

 3. Das Team

Das OGS-Team besteht aus pädagogischen Fachkräften, Ergänzungs- und Honorarkräften, Verbindungslehrern und der Schulleitung. Dieses Team ist abhängig von den Schülerzahlen und wird zu jedem Schuljahr neu gebildet. Um eine Kontinuität zu erhalten, wird nach Möglichkeit versucht den personellen Wechsel gering zu halten. 

Zu jedem Schuljahr wird aus diesem Team eine Steuergruppe gebildet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Verzahnung von Vor- und Nachmittag inhaltlich weiterzuentwickeln, sowie in regelmäßigen Abständen Konzeptideen zu besprechen, Lehrzeiten, Projekte und Angebote zu planen, abzustimmen und Regelkataloge zu überprüfen. Die Steuergruppe wird dabei gebildet aus einer OGS-Koordinatorin, einer Vertretung der OGS-Koordinatorin, der Schulleitung oder der stellvertretenden Schulleitung. Die Treffen finden einmal im Monat statt. Einmal wöchentlich findet ein Austausch zwischen der OGS-Koordinatorin und der Schulleitung statt.

Weiterhin findet ein regelmäßiger Austausch zwischen allen schulischen Akteuren statt, indem regelmäßige Gespräche über das Verhalten von Kindern und deren Entwicklung sowie Lösungsmöglichkeiten besprochen werden. Dabei bestehen zum jetzigen Zeitpunkt folgende Zuständigkeiten:

     BuT (Bildungs- und Teilhabepaket), bei Ausflügen und AG-Angeboten

     Integrationslehrer: Fachkraft für Materialien, Elterncafé, Ansprechpartner der Eltern im Hinblick auf Integration, Koordination mit BuT

     Lehrer werden nach Möglichkeit für AG-Angebote und in der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt

     OGS-Team: Hausaufgabenbetreuung, gemeinsames Mittagessen, AG-Angebote, jahreszeitspezifische Raumgestaltung, Ferienbetreuung, materielle und personelle Ressourcen, Organisation

     OGS-Koordinatorin und Schulleitung: Verwaltung, Organisation, materielle und personelle Ressourcen, Bindeglied zwischen Träger inab und der Stadt, AG-Angebote, Umsetzung von Qualitätsstandards

3.1 Vernetzung von OGS und Schule

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in unserem Ganztag ist die Verzahnung vom Vor- und Nachmittag, wodurch die vormittägliche Arbeit in der Betreuung ergänzt und weitergeführt wird. Dabei ist die Haltung aller Beteiligten enorm wichtig: „Wir sind eine OGS-Schule.“ Zur stärkeren Verzahnung unterstützen Fachkräfte der OGS morgens von acht bis halb zehn die Lehrer im Unterricht. Des Weiteren beteiligen sich die Lehrkräfte an der  Hausaufgabenbetreuung bzw. den AGs. Es finden regelmäßige Absprachen und ein Austausch über einzelne Kinder zwischen den Lehrkräften und den Fachkräften sowie auch gemeinsame Fortbildungen statt. Die Entwicklung des pädagogischen Teams, die Gestaltung einer kooperativen Zusammenarbeit von Lehrpersonen und pädagogischen Mitarbeitern ist ein vorrangiges Ziel. So ist ein Qualitätsmerkmal des Ganztags die professionelle Kooperation aller, die sich für die Kinder verantwortlich fühlen. Dazu gibt es gemeinsame Fortbildungen und Zielvorgaben.

Insgesamt soll ein verlässlicher Rahmen für Lernen im Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten gewährleistet werden. Die Kinder werden dadurch mit ihren individuellen Stärken gesehen.

Merkmale des Zeitkonzepts sind die Rhythmisierung des Tagesablaufs sowie die Verbindlichkeit bzw. die Gewöhnung an feste Zeiten und Rituale. Berücksichtigt werden die Bedürfnisse der Kinder nach Tätigkeiten und Entspannung, Anstrengung und Erholung, gemeinsames Wirken und Selbständigkeit, Bewegung und Ruhe. Nach den Bedürfnissen der Kinder und den Förder-Schwerpunkten der Schule werden gemeinsam im Team die AGs ausgewählt, Qualitätsstandards festgelegt und umgesetzt. 

Folgende Schwerpunkte werden mit den Kindern und Eltern umgesetzt:

▪ Förderung von Kindern mit besonderen Interessen und Begabungen

▪ Förderung der Sozialkompetenz

▪ Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

▪ Förderung von Kindern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf

▪ Gestaltung der Gruppenräume

Für uns ist selbstverständlich, dass die Kinder unabhängig von Herkunft, ihrem Geschlecht und kulturellem Hintergrund wertgeschätzt werden.

 

 4. Zusammenarbeit mit den Eltern

Zu Anfang eines Schuljahres findet ein Elternabend unter Mitwirkung der Schulleitung und inab statt. Termine des neuen Schuljahres werden bekannt gegeben, das Lernzeitkonzept wird vorgestellt, Notgruppentage sowie Schließtage werden besprochen. Eltern können jederzeit ihre Interessen, Wünsche und Belange dem Team des offenen Ganztages mitteilen. Vertreter der Eltern werden gewählt.

Darüber hinaus bieten wir ein Elterncafé an, das wöchentlich von der Sozialpädagogin und der OGS-Koordinatorin angeboten wird. Am Elterncafé können die Eltern, Großeltern und die ehrenamtlichen Familienhelfer teilnehmen. Ziel ist ein reger Austausch und über die Entwicklung der Kinder zu sprechen.

Des Weiteren können Eltern uns bei der Raumgestaltung helfen, mit Sachspenden oder als Übersetzer.

Eltern werden als Partner der Schule gesehen und im Sinne des gemeinsamen Wohls der Kinder sollen Ideen und Ziele ausgetauscht werden.

 

5. Organisatorische Rahmenbedingungen

5.1 Alltagsstruktur 

Damit die Schülerinnen und Schüler sich im Schulalltag besser orientieren können, wird bei uns an der Viktoria Schule Wert auf Strukturen gelegt.

 

Unsere OGS-Zeiten sind:

Betreuung der Kinder beginnt um 11.50 Uhr

Lernzeit (Hausaufgabenzeit):

  1. Lernzeit: 11:50 – ca. 12:30 Uhr
  2. Lernzeit: 12:35 – ca. 13:15 Uhr
  3. Lernzeit: 14:00 – 14:45 Uhr

Essenszeiten:

Die Essenszeiten finden gruppenabhängig von 12:00 - 14:00 statt. Es finden drei Essenszeiten statt.

AGs

Beginn der AGs: 14:00 – 16:00 Uhr

 

Wichtig ist der Viktoria Schule eine Kontinuität und Stabilität für die Kinder. Daher sollen in der Regel die Kinder bis 16:00 Uhr bleiben. In Ausnahmefällen und in Absprache mit der Koordinatorin und Schulleitung können Kinder für z.B. sportliche oder musikalische externe Angebote an einem Tag der Woche schon früher aus der OGS abgeholt werden. Bis zum Ende der OGS um 16 Uhr werden die Kinder von den Eltern abgeholt. Für die Schüler aus den Ortschaften Neurath, Allrath und Barrenstein besteht die Möglichkeit nach dem Ende der OGS mit dem Schulbus nach Hause zu fahren.

5.2 Das Mittagessen

Das Schulprofil der Viktoria Schule schenkt dem Thema „Gesunde Ernährung“ große Aufmerksamkeit. Daher wird auch im Bereich der OGS Wert daraufgelegt, den Kindern ein abwechslungsreiches und warmes Essensangebot unter Berücksichtigung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu bieten. Selbstverständlich wird dabei auch auf medizinische und religiöse Speisevorschriften Rücksicht genommen. Wie im Bereich „Alltagsstrukturen“ bereits aufgeführt, wird die Essenzeit in drei Zeitblöcke eingeteilt, sodass sich lediglich immer nur eine begrenzte Anzahl an Schülerinnen und Schülern in der Mensa aufhält. So ergibt sich die Möglichkeit, während des Mittagessens eine möglichst angenehme und ruhige Atmosphäre zu schaffen.

Ebenso wie im Schulalltag wird auch während des Mittagessens Wert auf einen ritualisierten Ablauf gelegt. Dieser vereinfacht den Kindern die Einhaltung von Regeln und unterstützt sie in der Übernahme von Verantwortung.  

5.3 Die Lernzeit

Zu Beginn des Schuljahres 2016/17 wurde in der OGS das Konzept der Lernzeit eingeführt. Entsprechend der Vorgaben des Schulgesetzes beträgt die Hausaufgabenzeit für die Klassen 1 und 2 insgesamt 30 Minuten sowie für die Klassen 3 und 4 insgesamt 45 Minuten. Unabhängig davon, ob die Kinder Hausaufgaben auf haben oder ob sie damit in der Lernzeit vorzeitig fertig werden, verbleiben alle Kinder die vorgesehene Zeit im jeweiligen Hausaufgabenraum. So ist es möglich, während der gesamten Hausaufgabenzeiten eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Die Kinder, die mit ihren Aufgaben vorzeitig fertig sind, sollen in ihrer Schultasche zusätzliches Freiarbeitsmaterial (Lies mal – Heft, Lupenheft, u.ä.) dabeihaben, um dies leise und selbstständig zu bearbeiten. Zudem ist es ihnen möglich, ein Buch von Zuhause mitzubringen, um dieses dort zu lesen. Sollte eine Lerngruppe keine Hausaufgaben aufbekommen, dann informiert die Klassenlehrerin im Vorfeld das OGS – Personal und die Kinder dürfen sofort in ihre OGS – Gruppen gehen.

Um die Arbeitsgruppen während der Lernzeit möglichst klein zu halten, wurden insgesamt drei Lernzeiten eingerichtet. Zu Beginn eines Halbjahres werden die Kinder einer bestimmten Gruppe zugeteilt, in der sie jeden Tag ihre Lernzeit verbringen. So besteht auch in diesem Zusammenhang eine verlässliche Struktur für die Schülerinnen und Schüler, da sie zumeist mit den gleichen Kindern und den gleichen Betreuern ihre Lernzeit verbringen. Neben den unterschiedlichen Zeiten für die Hausaufgabenzeit stehen auch mehrere Räumlichkeiten zur Verfügung. Für die 3. Lernzeit werden die Kinder in der Mensa abgeholt. Nach dieser Lernzeit geht die Gruppe geschlossen in die OGS und wird von der betreuenden Person dorthin begleitet.

 

Von Montag bis Donnerstag erledigen die Kinder unter Aufsicht von Lehrpersonal und OGS-Team zu festen Zeiten in festgelegten Räumen ihre Hausaufgaben. Am Freitag findet in der OGS keine Lernzeit statt. Daher müssen die Hausaufgaben zu Hause erledigt werden. Um den Eltern und den Lehrern eine zuverlässige Rückmeldung über die Bearbeitung der Hausaufgaben zu bieten, erhält jedes Kind einen sogenannten Hausaufgabenbogen (Seite 9). Der Hausaufgabenbogen beinhaltet, inwieweit die Aufgaben teilweise oder vollständig erledigt sind, ob dem Kind Material zur Bearbeitung fehlt und wie das Kind die Aufgaben bewältigt hat. Dies wird am Ende jeder Lernzeit von der betreuenden Person am Ende der Lernzeit eingetragen. So erhalten sowohl Eltern als den Lehrkräften eine tägliche Rückmeldung darüber, ob das Kind alle Hausaufgaben erledigt hat und welche Schwierigkeiten es ggf. bei der Bearbeitung gab. Während der Lernzeit stehen den Kindern unterstützend personelle und/oder materielle Hilfen zur Verfügung. Die Kinder werden angeleitet, ihre Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich zu lösen. Wenn der Bogen voll ist, steht dem Kind grundsätzlich eine kleine Belohnung zu. Diese entfällt, wenn das Kind mehr als 3 traurige Smileys angesammelt hat. Der Hausaufgabenbogen kann auch als Gesprächsgrundlage für Elterngespräche herangezogen werden und dient dem Austausch mit den Lehrern über das jeweilige Kind.

 

Hausaufgabenbogen

 

Name des Kindes: _______________________________   Klasse: ____

Datum

HG erled.

HG 

teilw.

 

 

Material

Hilfe bei den HG benötigt?

Wie gearbeitet

Bemerkungen

fehlt

keine

etwas

viel

Smily_lustig

Smily_neutral

Smily_traurig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zur Kenntnis genommen:

 

 

 

 

 

 

 

  

Entsprechend des Hausaufgabenkonzeptes der Viktoria Schule (s. unten) sind für das Gelingen der Hausaufgaben alle Beteiligten (Lehrer, Betreuer OGS, Eltern, Kind) verantwortlich. Die größte Verantwortung liegt dabei jedoch beim Kind selbst, da die Lehrkräfte, das Betreuungspersonal der OGS sowie die Eltern lediglich die Rahmenbedingungen des Lernens positiv beeinflussen können. Neben den Lehrkräften, die einen angemessenen Umfang an Hausaufgaben aufgeben und den Kindern ihre Aufgaben erklären, sorgt das Betreuungspersonal in der OGS dafür, dass eine angemessene Arbeitsatmosphäre während der Lernzeit herrscht. Zudem geben sie den Schülerinnen und Schülern falls notwendig zusätzliche Hilfestellung und vergewissern sich, dass alle Kinder ihre Arbeiten sorgfältig und vollständig angefertigt haben.  Dies wird am Ende der Lernzeit im Hausaufgabenbogen der Kinder notiert. Die Eltern kontrollieren täglich, ob die Hausaufgaben der Kinder vollständig erledigt sind, arbeiten ggf. unvollständige Aufgaben zu Hause nach und stellen dem Kind alle notwendigen Arbeitsmaterialien (Stifte, Schere, Kleber etc.) zur Verfügung. Darüber hinaus sind die Eltern aufgrund der Gegebenheiten während der Lernzeit insbesondere für die Bearbeitung mündlicher Hausaufgaben, wie beispielsweise Lesen, Auswendiglernen oder Kopfrechenübungen, zuständig. So bemühen sich die Lehrkräfte, die Betreuer während der Lernzeit sowie die Eltern die Kinder zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten anzuleiten. Die Kinder sind wiederum dafür verantwortlich, sich die Hausaufgaben richtig zu notieren, bei Erklärungen aufzupassen, ggf. nachzufragen, wenn sie die gestellten Aufgaben nicht verstehen und das benötigte Arbeitsmaterial einzupacken.  Während der Lernzeit bemühen sich die Schülerinnen und Schüler ihre Hausaufgaben zügig, konzentriert und möglichst selbstständig zu bearbeiten. Sie achten dabei auch auf ihre Sorgfalt. Des Weiteren geben die Kinder ihren Eltern zuverlässig Auskunft darüber, ob sie alle Hausaufgaben fertig haben und sorgen für die Erledigung der mündlichen Aufgaben. Dabei sind die Kinder letztlich selbst für ihr Lernen verantwortlich. 

 

Hausaufgabenkonzept

 

Lehrkräfte

 

Betreuerinnen & Lehrkräfte

Sollten die Kinder nicht in der OGS sein, so sind dies auch die Aufgaben der Eltern.

 

 

 

 

-      erklären Aufgaben

 

-      stellen im Umfang angemessene Aufgaben zusammen:

Klasse 1 & 2: 30 Minuten

Klasse 3 & 4: 45 Minuten

 

-      kontrollieren und korrigieren die Hausaufgaben

(während der Lernzeit nur ein grober Überblick möglich, sodass dies in den darauffolgenden Tagen von der Klassenlehrerin gemacht wird)

 

 

-      sorgen für einen ruhigen Arbeitsplatz

 

-      geben Tipps zur selbstständigen Arbeit

 

-      geben wenn nötig Hilfestellungen durch zusätzliche Erklärung oder Anschauungsmaterial

 

-      vergewissern sich, dass alle Kinder ihre schriftlichen Arbeiten sauber angefertigt haben

 

-      geben den Eltern und Lehrkräften Rückmeldungen

 

Eltern

 

Kinder

 

 

 

 

-      kümmern sich um mündliche Hausaufgaben wie Lesen, 

Auswendiglernen, Kopfrechenen,…

 

-      unterstützen beim Sammeln von Materialien und Rechercheaufgaben

 

-      halten ihre Kinder dazu an, den Tornister aufzuräumen, Arbeitsblätter abzuheften, Stifte anzupitzen und das Arbeitsmaterial mitzunehmen

 

-      zeigen Interesse an der Arbeit ihrer Kinder und kontrollieren täglich die Hausaufgaben

 

-      holen im Krankheitsfall die Hausaufgaben in der Schule ab

 

-      arbeiten unvollständige Aufgaben nach

 

 

-      notieren und merken sich ihre Hausaufgaben

 

-      passen bei der Erklärung auf und fragen ggf. nach, wenn etwas unklar ist

 

-      packen benötigtes Arbeitsmaterial (Bücher, Hefte, Hefter, Arbeitsblätter,…) ein

 

-      bemühen sich, zügig, konzentriert und selbstständig zu arbeiten

 

-      sorgen für die Erledigung der mündlichen Aufgaben

 

-      geben zuverlässig Auskunft, ob sie mit allen Hausaufgaben fertig sind

 

-      sind selbst verantwortlich für ihr Lernen

 

Alle bemühen sich, die Kinder zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten anzuleiten.

 

5.4 Das freie Spiel

Neben der verplanten Zeit des offenen Ganztages nehmen wir die freie Zeit für die Kinder besonders in den Blick. Die Fähigkeit zu spüren, was einem selbst gut tut, sich den Spielort, den Spielpartner und die Art des Spieles frei auszuwählen und diese Zeit dann auch aktiv und selbstbestimmt zu gestalten, wird für das ganze Leben wichtig sein. Sozialen Umgang lernen Kinder ganz besonders in der freien Zeit, wenn sich ihnen Fragen stellen, wie beispielsweise:

Wie finde ich einen Weg in die Gruppe? Wann binde ich mich ein? Wann ist es mir wichtig, meinen Standpunkt zu vertreten? So lernen Kinder hier, Spielregeln zu verhandeln und gemeinsam Absprachen zu treffen. Für das freie Spielstehen den Kindern folgende Räume zur Verfügung:

 

       Bewegungsraum (ab ca. 14 Uhr)

       Chillraum (ab 4. Klasse und Geburtstagskinder)

       Bauraum, ausgestattet mit Lego, Kappla, Kugelbahn, ...

       Kreativ- und Aufenthaltsraum

       Außengelände (Schulgarten, Spielplatz und Fahrzeuge)

5.5 Die Arbeitsgemeinschaften (AGs)

Die Arbeitsgemeinschaften (AGs) in der OGS dienen grundsätzlich der weiteren Bildung der Kinder, dem gemeinschaftlichen Erleben sowie der Freizeitgestaltung. Sie sind wesentlicher Bestandteil des offenen Ganztages, da sie die Bedürfnisse der Kinder aufgreifen und verwirklichen. Der Bewegung kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, da Kinder in der heutigen Zeit weniger Bewegungsanteile in ihrem Alltag erfahren. Darüber hinaus führen sportliche Betätigungen nachgewiesenermaßen auch neurophysiologisch zu einer verbesserten Lerngrundlage. 

 

Das AG-Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Die Kinder haben die Chance, erst einmal in das jeweilige Angebot hinein zu schnuppern und sich in Ruhe dafür oder dagegen zu entscheiden. Nach der „Schnupperzeit“ ist eine gewählte AG als verpflichtendes Angebot zu verstehen, sodass die jeweilige Beteiligung an der AG für die Kinder für ein halbes Jahr fest und verbindlich ist.

 

 

 

Halbjährlich wird das AG-Angebot evaluiert und bei Bedarf werden neue Angebote eingerichtet. Alle AGs sind ein wesentlicher Bestandteil der Sozialisation aller Kinder. 

 

Für unsere Kinder mit einem besonderen Unterstützungsbedarf oder mit geringen Deutschkenntnissen bieten wir auf spielerische Weisen zusätzliche Förderangebote an, die zum Teil aber allen Kindern zugänglich gemacht werden. Besonders den Kindern mit Migrationshintergrund (siehe Konzept Förderung und Integration von Seiteneinsteigern) oder einem geringen Sprachstand bieten diese AGs eine zusätzliche Deutschförderung sowie ein Verständnis für das soziale Miteinander.

Zu unserem derzeitigen Angebot zählen folgende AGs:

       Basteln

       Spiele - AG

       Flöten - AG

       Kochen und Backen

       Natur entdecken

       Spiel und Sport

       Soziales Miteinander

       Sprache

       Lese – AG

       Lego – AG

       Tanz – AG

       Medien AG

       Homepage AG

       Capoeira

5.5.1 Schwerpunkt Sprachförderung

Aufgrund der hohen Anzahl an Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen (Seiteneinsteiger/Nullsprachler) und Kindern mit einem Migrationshintergrund, stellt die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten einen bedeutenden Schwerpunkt im Bereich der Arbeitsgemeinschaften der OGS dar. Die AGs und das Lernen außerhalb des Unterrichts werden mit der Absicht einer sozialen Integration durch eine spielerische, handlungsbezogene und ästhetische (Deutsch-) Förderung umgesetzt. Die Deutschförderung soll dabei nicht die Form reiner Lernstunden annehmen. Vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler ohne bzw. mit nur wenig Deutschkenntnissen eine nicht isolierte Sprachförderung erhalten, um voneinander zu lernen und nicht separiert zu werden. Aus diesem Grund bestehen die Gruppen nicht nur aus Nullsprachlern oder Kindern mit einem Migrationshintergrund, sondern auch aus Kindern mit Lernschwierigkeiten.

Um den Themen aus dem Vormittagsbereich gerecht zu werden, werden die Gruppen in je 45 Minuten für einmal 1./2. Schuljahr und 3./4. Schuljahr eingeteilt. Die Gruppenstärke beträgt nicht mehr als 10 Teilnehmer. Dabei ist das Verhältnis zwischen Kindern mit guten sowie gering/kaum vorhandenen Deutschkenntnissen ausgeglichen. Diese Form der Gruppenzusammensetzung bildet die Grundlage für ein Lernen mit- und voneinander.

Ein grundlegender Schwerpunkt der Deutschförderung liegt dabei im Sprechen. Die Kinder, die im Unterricht aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse kaum oder überhaupt nicht sprechen, erhalten die Möglichkeit in Kleingruppen innerhalb einer spielerischen Umgebung das Sprechen zu üben und so ihren Wortschatz zu erweitern. Wöchentliche Rituale und Übungen dienen zur Festigung einzelner Sätze. Untermalt werden die Stunden mit der Erstellung eines Wortspeichers und dazu passenden Wortschatzübungen, um den noch geringen Wortschatz der Nullsprachler auszubauen und zu festigen. Das Ziel ist es, ihnen die deutsche Sprache neben dem regulären Unterricht weiter nahe zu bringen. Darüber hinaus findet so eine Integration in einer sprachlich heterogenen Gruppe statt. Dies hat den Vorteil, dass ein Austausch wie auch eine gegenseitige Unterstützung zwischen Schülerinnen und Schülern untereinander erfolgen kann. Durch diese Vorgehensweise werden zusätzliche Komponenten, wie beispielsweise das „Wir-Gefühl“ und die Teambildung gefördert, welche für den Schulunterricht ebenfalls von Bedeutung sind. Hierbei spielt die Akzeptanz, einander gegenüber, eine bedeutende Rolle. 

Da viele Kinder der Viktoria Schule einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache haben, werden einzelne Förderstunden bzw. AGs angeboten. Hier wird besonders Wert auf eine Leseförderung gelegt. 

 

In einer globalisierten Welt ist es von großer Bedeutung Fremdsprachen zu lernen. Dazu nutzen wir an der Viktoria Schule die vielen verschiedenen Nationalitäten unserer SchülerInnen und deren Sprachen. Spielerisch werden Sprachen in den Fokus gestellt, z.B. gibt es die „Sprache des Monats“, um Sprachen kennenzulernen und diese mit der eigenen Sprache zu vergleichen oder es werden fremdsprachliche Lieder gesungen und nationaltypische Pausenhofspiele vorgestellt und natürlich auch mit allen gespielt. Ziel ist es, einen offenen und toleranten Umgang zwischen allen Akteuren an unserer Schule zu schaffen und die Akzeptanz sowie einen regen Austausch und Vergleich zwischen Kulturen zu schaffen.

 

 6. Die Ferienbetreuung 

Das Angebot der OGS beinhaltet auch die Sicherstellung eines Ferienangebotes in den Schulferien. Dazu zählen die Oster- und Herbstferien und drei Wochen der Sommerferien. Die andere Hälfte der Sommerferien sowie während der Weihnachtsferien bleibt die OGS geschlossen.

Ausgehend von den Interessen und Ideen der Kinder wird in den Ferien ein Programm von unterschiedlichen Fahrten, Ausflüge und Aktionen durchgeführt.

 

 7. Kosten

Der Elternbeitrag von 74 € für das erste Kind pro Schuljahr deckt größtenteils die in der OGS angebotenen AGs ab. Für die Ferienbetreuung fallen zusätzliche Kosten an, da hier Ausflüge und zusätzliche Aktionen stattfinden. Pro Ferienwoche wird ein Betrag von 5 € notwendig.

Das Mittagessen wird über einen gesonderten Vertrag mit inab geregelt. In diesem Beitrag ist zudem ein Entgelt für Getränke und Snacks enthalten. Pro Tag in der OGS fallen 2,80 € an. Für 5 € im Monat werden den Kindern Snacks angeboten.